the national ist prätentiöser seelenschmerz der weißen mittelschicht.
a sunday smile.
was aus diesem kasten kommt, ist nicht die realität. realität ist, wenn die musik dich so laut umgibt, dass du das gefühl hat, du könntest sie greifen. wenn du denkst, der bass aus der ferne werde den bewegungsmelder starten. dann springt das licht an, du blätterst zur nächsten seite, roland i feel you.
form.
jaja, egal wie dicht du bist, goethe war dichter.
michael haneke sagt, es sei der erste große schock eines jeden kindes, zu erfahren, dass es den tod gibt und dass es keinen ausweg gibt. als ich kind war, las herr pollert im ethik-unterricht geschichten vor von menschen, die für einen augenblick tot waren und wieder ins leben kamen. sie erzählten von einem tunnel und dass alles an ihnen vorbeirauschte. meine neugierde war so angefixt, dass ich es ausprobieren wollte. auf dem nachhauseweg über die brücke, meine schule war in einem viertel, das zu drei seiten von gleisen eingegrenzt war, ich lebte außerhalb dieses dreiecks, kletterte ich über das geländer und wartete auf einen zug. bestimmt fünf, sechs minuten war ich der vollen überzeugung, mich überfahren zu lassen, um wiederaufzuwachen und die besprochenen erlebnissen aus eigener erfahrung bestätigen zu können. leider kam kein zug, es war recht windig und ich fror. irgendwann kamen passanten über die sonst einsame brücke und ich schämte mich vor ihnen und ging weiter auf der außenseite entlang; ich war recht dicklich und wollte nicht vor ihren augen wieder über das geländer klettern. kurze zeit drauf starb meine oma mathilde und plötzlich wusste ich, was der tod wirklich ist. mich überkam eine solche angst, ein solcher schock, dass ich mich gruselte. vor allem, was tot war. ich hörte auf, tote tiere zu essen, was man heute vegetarismus nennt. gleichzeitig liebte ich es, einsam auf dem spielplatz die maikäfer zu masakrieren bis sie sich nicht mehr bewegten, um dann wieder und wieder bestätigung zu erfahren: ja es gibt ihn, den tod, ich sehe ihn. auf diesen “ersten großen schock” wird nun nichts mehr folgen, ich stehe noch immer neben mir, achtzehn jahre später, weine jede nacht aus hoffnungslosigkeit. was immer mir für körperliche oder seelische gewalt angetan wurde, ich ertrug es, es zählt zum leben dazu. der tod zählt für mich nicht dazu. wenn man sich immer nur auf sich selbst verlassen konnte, liebt man sich so sehr, als dass man es jemals ohne die eigene stimme im kopf ertrüge.
♥